Freitag, 22. August 2014

SAC Ausbildungswoche Triftgebiet

Montag
Und nach dem Balmhorn ging's gleich weiter für mich...Am Sonntagabend zurück, reiste ich mit frischen Kleidern im Rucksack am Montagmorgen in Richtung Triftgebiet ab. Ich durfte mit Mischu, einem unserer Bergführer der Sektion 5 Tage Leute ausbilden. Als Fortsetzung der letztjährigen Ausbildung Sommer 1 in der Kehlenalphütte, wollten wir von der Windegg- und Trifthütte aus, den Teilnehmenden weiteres Wissen vermitteln. Der SAC Bern bietet ja im Rahmen seiner Ausbildungstätigkeit verschieden Module unter dem Motto "Schritt für Schritt" an.
Nach der Fahrt mit der Triftbahn und dem Aufstieg in die Windegghütte, folgte eine erste Ausbildung am Fels. Im Sektor Steinmann des Windegg-Klettergartens repetierten wir Knoten, die Seilhandhabung, das Sichern und das Abseilen. Am Abend folgte dann die Tourenvorbereitung für die Besteigung des Steinhüshorn.

Dienstag
Am Dienstagmorgen blockierte uns der Regen in der Hütte. Um 9h zogen wir dann trotzdem los, um über die Windegg, Bin den Chelmpen, durchs Trifttälli, die Sacklimi auf das Steinhüshorn zu gelangen. Interessant war der Abschnitt in den geschliffenen Felsen unterhalb der Sacklimi betreffend Wegfindung. Zwischen durch zeigte sich auch die Sonne, so dass wir ab der Sacklimi teilweise wadentief spuren mussten. Der Abstieg, teilweise im Nebel, ging recht zügig, sehnten sich doch alle nach einer Erfrischung in der Trifthütte. Direkt vom Gipfel absteigend, die Felsinsel auf 2800m südlich und die Felsinsel um 2700m nördlich umgehend, querten wir den Triftgletscher unterhalb des Triftstöckli auf 2400m bis rüber zur Ebene unterhalb der Trifthütte. Es folgte ein 20 minütiger Aufstieg zur Hütte, wo wir von Talak und Gabi empfangen wurden.

Mittwoch
Die guten Wetterprognosen wollten wir nutzen und so stiegen wir heute auf den Hinteren Tierberg. Direkt hinter der Hütte steigt man zwischen den zwei Felsgraten in Richtung Punkt 3060 bis zum kleinen Gletscher auf. Eher links haltend kann man bis auf ca. 2800m auf Blöcken und Felsen aufsteigen. Dann quert man den kleinen Gletscher bis unter die Scharte bei ca. 2990m. Der Felsaufschwung ist mit Bohrhaken und Ständen eingerichtet. Nach der Scharte zieht man südöstlich, den grossen Gletscherkopf umgehend und dann ziemlich genau nördlich und steil aufsteigend zum Gipfel auf 3443.5m. Zwei kurze kombinierte Stellen mit Fels und Eis machen den Aufstieg interessant und abwechslungsreich. Zurück bei der "Schlüsselstelle" liess ich Alle im HMS runter. Da wir ohne Abseilgerät unterwegs waren, praktizierte ich als Letzter wieder einmal den Dülfer, die altbewährte Abseiltechnik. Irene, die Hütenwartin, empfing mich mit einer warmen Umarmung. Am Abend bereiteten wir uns dann für die Gletscherausbildung vor, indem wir den Österreicher Flaschenzug übten.

Donnerstag
In der Nacht hatte es geregnet, gestürmt und am Morgen war es dann weiss um die Hütte. Wir durften aber in einen wunderbaren, sonnigen Tag starten. Ohne unseren Bergführer, der für einen Vortrag im Bern weilte, übten wir uns auf dem Gletscher in Spaltenrettung, Steileisklettern, Schraubenssetzen, Sanduhr bohren und Steigeisengehen. Um 13h starteten wir dann auf den nicht zu unterschätzenden Trift-Hüttenweg in Richtung Windegghütte. Für einige war die Querung der Hängebrücke ein Novum, aber spannend ist es jedes Mal. Über den Ketteliweg ging's zurück in die Hütte, wo fast zeitgleich auch Mischu eintraf.

Freitag
Heute starteten wir bereits um 7h, damit wir dann um den Mittag wieder in der Hütte zurück waren, denn die Heimreise stand ja auch bereits bevor (leider). Nach einer knappen Stunde Aufstieg in Richtung Furtwangsattel, erreichten wir den Einstieg in die Kletterroute "Zaggengrat" auf das Chli Windegghorn. 7 Seillängen zwischen 3b und 4a standen uns bevor. Geklettert wurde mit den schweren Schuhen uund in 2er Seilschaften. Mischu kletterte voraus und sicherte mit Friends und Keilen zusätzlich ab, wo er es für richtig empfand. Die eher tiefen Temperaturen und die Sonne die nicht recht durch die Wolken zu scheinen vermochte, liessen uns für die Kletterei nicht richtig warm laufen. Und so wurden aus den rund 2h veranschlagter Kletterzeit schlussendlich 4h. Trotzdem, die Gratkletterei war anregend und bot einige spannende Stellen.

Haslitalerisch gesprochen konnten wir eine "gööte" Woche im Triftgebiet verbringen und interessante und lehrreiche Momente geniessen. Dank an Alle für die tollen Erlebnisse!

Bilder...



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