Donnerstag, 31. Dezember 2015

Oberstockesee

Nachdem ich beim Klettern am Stockhorn das Schwarzeis des Oberstockesee's (Seefläche auf 1665m, tiefster Punkt bei 1622m) gesehen hatte, liess mich der Gedanke, dort ein Eisbad zu nehmen, nicht mehr los. Gedacht, gesagt, getan.
Stefan und ich wanderten heute mit der Erfahrung vom Gantrischsee und einigermassen bewährtem Werkzeug und Material vom Chrindi zum Oberstockesee. Nach rund 40 Minuten erreichten wir das Ufer um sofort die Eisdicke zu messen. Die 21er Eisschraube erreichte das Wasser nicht und so betraten wir die wunderschöne Eisschicht für eine weitere Probebohrung. 24cm Eisdicke ergab dann die entscheidende Messung beim mit GPS ermittelten Punkt (grösste Wassertiefe). Das Loch, diesmal 70x70cm messend, öffneten wir unter Einsatz des Eispickels und der Schneesäge in rund 40 Minuten. Bei 1.8°C Umgebungstemperatur war dann der Einstieg ins Nass nicht wirklich schwierig. Vielmehr bereitete mir der Gedanke, dass der Seegrund rund 40m unter mir liegt, mehr mühe. Aber mit einer Handschlinge war dann der Einstieg doch nicht so schlimm. Stefan's Bad folgte auf Mein's und bald schon war der Spuk vorbei. Den grossen Eiswürfel schoben wir zurück ins Wasserloch, so dass das Loch schnell wieder zufrieren kann.
Speziell zu erwähnen sind die wunderbaren und doch unheimlichen Geräusche, die der See und das Eis immer wieder zelebrierten. Merci Stefan für den tollen Einstieg in den Silvester. Um Mitternacht werden wir Gfrörli's ja noch in der Aare anstossen. Bilder...

Happy 2016 und allen gute Gesundheit!

Montag, 28. Dezember 2015

Niederhorn

Eigentlich passt der Name nicht, denn wir gingen nicht aufs Horn nieder sondern hoch. Zu Fuss, mit der Idee von der Beatenbucht die 1361 Höhenmeter bis zur Bergstation auf 1933m zu joggen. Mein konditioneller Zustand erlaubt es jedoch noch nicht, alles zu joggen. Auf der Teilstrecke von Beatenberg bis Vorsass fühlte ich mich am wohlsten. Mit einem angenehmen Pace, die wunderbare Aussicht geniessend, gewannen wir so Meter um Meter. Leider verliess mich die Karft nach der Mittelstation, so dass ich nur noch schnell laufend die letzten 200 Höhenmeter aufsteigen konnte. Ich hoffe, in ein paar Monaten fitter zu sein.

Sonntag, 27. Dezember 2015

Klettern am Stockhorn

An einem 27. Dezember auf rund 2000m im Pullover Felsklettern, das gibt es nicht alle Jahre. Der Fels war trocken und die Sicht eine Klasse für sich. Werner und ich haben uns im Sektor B (Plaisir West) ein paar schöne und interessante Stunden lang verweilt. Die Aussicht auf Thun mit dem riesen Schatten des Stockhorns war phänomenal.
Bilder...

Samstag, 26. Dezember 2015

Eisbaden im Gantrischsee

Mit den Lehren vom vergangenen Sonntag im Oeschinensee im Rucksack, reichlich Internetrecherche und eigener Taktik, besuchten Stefan und ich heute den Gantrischsee. Die Idee war es, weitere Erfahrung zu sammeln, wie denn so eine Eisdecke geknackt werden kann, welches Werkzeug sich eignet und auf was man besonders Acht geben sollte.
Bei der ersten Probebohrung mit einer 21er Eisschraube erreichten wir den Wasserspiegel schon mal nicht. Konnte es sein, dass das Eis so dick war? Ja, war die Antwort, nachdem wir etwas Eis weg gepickelt hatten und die Bohrung nochmals wiederholten. Ganze 31cm Eisdicke konnten wir messen. So hiess es dann, mit Axt und Pickel Eis wegschlagen bis ca. 6cm oberhalb des Wasserspiegels. Nach drei Eisschraubenbohrungen konnten wir dann die Black Diamond Schneesäge einsetzen und das Eisloch fertig freilegen. Da sich der Wasserspiegel im Loch ausglich, war insbesondere der Sägevorgang überwiegend im Eiswasser durchzuführen. Wir liessen uns aber durch nichts beirren, waren wir doch nahe am Ziel. Nachdem das Loch ca. 60x60cm offen war, eine Reepschnur als Handschlaufe angebracht an einer Eisschraube installiert war, stieg ich ein in das 0°C warme Nass. Etwas enttäuscht, konnte ich den Seegrund spüren, aber für's ganz Eintauchen reichte es. Bereits etwas gekühlt von der vorangehenden Locherei hielt ich es dann aber nicht lange im Wasser aus. Stefan folgte motiviert durch "Für das sind wir da" dann mit einem Schnorchel-Test. Glücklich und um eine riesen Erfahrung reicher, beendeten wir dann das Projekt Gantrischsee.
Hardfacts: Gantrischsee 1578m, Wassertiefe wenige Meter, Lufttemperatur –3.8°C, Eisdicke 31cm.
Bilder...

Sonntag, 20. Dezember 2015

Eisschwimmen im Oeschinensee

Mal nicht vertikal im Eis sondern horizontal...
Heute konnte ich mich mit ein paar unentwegten Gfrörli's wort-wörtlich im Eisschwimmen üben. Der Oeschinensee war bereits komplett zugefroren, grösstenteils mit schönem Schwarzeis. Trotzdem fanden wir eine schwache Stelle um mit ein paar Hieben ein genug grossen Loch ins Eis zu brechen um uns ins Eiswasser zu legen. Es konnte von einer Wassertemperatur von 0°C ausgegangen werden, da wir ein Eis-Wasser-Gemisch hatten, aber die Kälte fühlte sich (jedenfalls für mich) anders an als in der Aare. So musste ich zwei Mal ins Wasser, bis der Körper die Kälte spürte. Wahrscheinlich hatte es damit zu tun, dass ich - anders als in der Aare - mich nicht bewegte und so der Kreislauf das "erkaltete" Blut aus den Extremitäten nicht gleich schnell in den Körper transportierte und so das Kälteempfinden weniger schnell auftrat.
Im Anschluss ging's dann mit den Schlitten nach Kandersteg zurück. Ein toller Tag mit einer neuen Erfahrung, in wunderbarer Umgebung mit coolen Leuten! Danke!
Bilder...